Autorin: Judith Dubiel

Angekündigt waren die Reiterspiele von Christian zum Abschluss unserer Tage im Friedersdorfer Reiter- und Radfahrerlager für den letzten Tag am Nachmittag.

Die hochsommerliche Wetterlage und die Aussicht auf einen Vollmondritt, aber auch die Tatsache, dass leider einige Teilnehmer nicht bis zum Ende bleiben, ließ uns spontan die Reiterspiele auf den Mittwochvormittag vorverlegen.
Die Stimmung unter den Reitern war zunächst recht verhalten, vermutlich weil niemand so recht wusste, was auf uns wartet und es auch am Vormittag schon ziemlich heiß wurde. Ich selbst habe ein ziemlich schreckhaftes Pony mit ordentlichem Fluchtverhalten. Ich hatte am Abend zuvor etwas halbherzig Christian gefragt, ob ich seinen tapferen Norweger Benediktus Ratzinger – oder kurz Ratz – nehmen dürfe und dachte auch während des Aufbaus der Spielutensilien durch Christian, Stefan und Antje (DANKE!!) mich noch drücken zu können. Plötzlich kam aber Leben in das Lager und es holten doch alle ihre Pferde, machten die Pferde fertig und kamen zum Start.

Christian hatte einen lustigen Stangenslalom aufgebaut, jeweils für zwei Pferd-Reiter-Paare, die gleichzeitig starten sollten gleich. Tina und ich starteten als erste, beide ohne Sattel und daher gemächlich im Schritt. Im ersten Spiel galt es am Ende des Parcours, der insgesamt dreimal bewältigt werden musste, Becher einzeln einzusammeln und auf den Stangen zu verteilen. Nicht einfach den Slalom beizubehalten und nahe genug an die Stangen zu kommen, um die Becher zu platzieren, aber alle 13 Teilnehmer konnten die Aufgabe bewältigen.
Im Weiteren wurden die Aufgaben immer kniffliger. Wir spielten Hockey mit Besen und brachten Bälle ins Ziel, fädelten Kugelschreiber in Flaschenhälse und fingen Quietscheentchen, um sie mit dem Kescher am Pferd zu einem einsamen Gummientlein in die Wanne zu transportieren und dann gefüllte Gießkannen durch den Slalom zu balancieren, um den Enten Wasser zum Schwimmen zu bringen.

Ich war zunächst ziemlich beschäftigt den Ratz zu lenken. Ich glaube der erfahrene Fjordy kannte seinen Job schon und testete, ob nicht er unseren Weg bestimmen dürfe. Wir haben aber in der Kürze der Zeit ganz gut zusammengefunden. Ratz hatte vor gar nichts Angst, trank sogar Wasser aus der Gießkanne und besonders im Stillstehen war er super Klasse, wenn wir denn den richtigen Haltepunkt erwischt hatten. Nicht alle Pferde waren so cool. Der ein oder andere brachte ein Spiel nicht ganz zu Ende, aber alle meisterten den Parkour soweit wie möglich. Mit ganz viel Spaß, teilweise im Trab oder sogar Galopp. Ja und auch Marion, die erst beim letzten Spiel zu uns stieß und sich zunächst total weigern wollte mitzumachen, ließ sich von unserer guten Laune anstecken, stieg auf ihr Pony und ging – laaaaangsaaaam – lachend durchs Ziel.

Den 1. Platz bei den Reiterspielen, mit der besten Zeit und einem bravourösen Durchlauf aller Spiele errang mein Mann Stefan mit seinem Shagya Araber Ali Khan. Das ganze ohne Sattel und am Knotenhalfter geritten und dabei sahen die beiden auch noch richtig gut aus! Herzlichen Glückwunsch, Stefan und ein ganz dickes Dankeschön an Christian, für seine Ideen, seinen gute Laune, die tolle Vorbereitung und für den Ratz.

Judith Dubiel, 1. Juli 2018